Mittwoch, 23. Dezember 2009

Frohe Lese-Weihnachten!

Ich wünsche allen angenehme, entspannende Weihnachtsfeiertage, einige geruhsame "Dazwischentage", einen schönen Silvester und einen guten Rutsch ins neue Jahrzehnt!

Ich werde mich dem widmen, was ich am liebsten mache: mit Büchern leben :-)

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Unternehmerhaftung - AngestelltenmanagerNICHT-Haftung



Wir stehen einer (Führungs-)Gesellschaft von nicht haftenden Spitzenmanagern gegenüber. Angestellte mit Fixeinkommen und Abfertigungsansprüchen leiten große Unternehmen. Egal, was auch immer sie in ihrer Führungsaufabe (der Auftritt als "großer Macher" gefällt ihnen schon) auch verbrechen

- Hypo Alpe Adria
- ÖBB Spekulationen
- Flughafen Wien Umbau
...

hat keine negativen persönlichen Auswirkungen auf ihre finanzielle Existenz.

Der klassische Unternehmer haftet persönlich und uneingeschränkt für alles, was er in seinem Unternehmen macht. Selbst der geschäftsführende Gesellschafter der GesmbH haftet in realita persönlich (da er keine Bankfinanzierung ohne persönliche Haftung bekommt).

Der Reflex der Gewerkschaft, die Unternehmer müssen stärker herangezogen (gestriges Interview Arbeiterkammer - Industriellenvereinigung), intensiver belastet, etc werden passt nicht mehr in die neue Zeit. Liebe Interessens-VertreterInnen der angestellten Bevölkerung: der Unternehmer, der seine Firma schlecht führt, entkommt seinem persönlichen Konkursverfahren nicht.

Die Spitzenmanager putzen sich ab und haben sichs warm eingerichtet. Wie wäre eine Forderung, dass Führungspersonen ab einem bestimmten wesentlichen Einfluss auf das Unternehmen auch wie Unternehmer behandelt werden?

Da wäre dann sicherlich sehr bald das Problem der Verantwortungsverweigerung gelöst.

Siehe auch gestern ganz typisch die Interviews im Report, wo als Fazit herauskommt: In Österreich ist nie irgendjemand für irgendetwas verantwortlich.

Es war auch keiner dabei. Jedenfalls keine Manager. Nie.


Sämtliche Top-Manager der staatsnahen Unternehmen haften nicht persönlich. Da ist leicht risikofreudig sein? Gagen der Chefs von Verbund und ÖBB

Mittwoch, 25. November 2009

Die Burgenbürger



Neues Buch - Märchen / Satire - von Peter Wagner

KULTIG!

Die Geschichte des Burgenlands kurzweilig, ungeschminkt, satirisch, wahr.

Lesung und begleitende Musik des Trio Burgenbürgerland jedenfalls erlebenswert!



Nachzulesen auch im standard

Sonntag, 18. Oktober 2009

Milan Kundera. Der Scherz | Anne-Ev Ustorf. Wir Kinder der Kriegskinder


Großartiges Buch, das beschreibt, was ein totalitäres System, was (Selbst-)Verhetzung, Fanatismus, und Umerziehungsfantasien an einer Gesellschaft, an den Menschen anrichten.

Spannende Erzählform. Gut zu lesen. Kundera erspart sich marktschreierische Details. Dadurch bleibt die Haupthandlung, die grenzenlose Enttäuschung und das spätere Erkennen, dass alle zerstört sind, erhalten.

Möchte am dem SPIEGEL für die Editionsauswahl danken. Ich wäre wahrscheinlich nicht auf dieses Werk gekommen, ich hatte "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" schon vor langer Zeit gelesen (übrigens - ein Gedicht!) und bin über die Spiegel-Edition (Spiegel Besteseller 1987-1988) zufällig auf "Der Scherz" gestoßen.



Dazu passend gleich ein Lob an die Ö1-Redaktion, die die Bücher "Die vergessene Generation - die Kriegskinder brechen ihr Schweigen" von Sabine Bode und "Wir Kinder der Kriegskinder. Die Generation im Schatten des Zweiten Weltkriegs" von Anne-Ev Ustorf vorgestellt haben. Anne-Ev Ustorf stellt einige Kinder von Kriegskindern, Jahrgänge 1955-1975, vor. Verschiedene Lebenswege begleitet vom Lebensthema der kriegstraumatisierten Eltern.

Was mich besonders anspricht ist, dass die Aufarbeitung des Kriegs nun auch bei der leidenden Bevölkerung beginnen kann. Es ist einfach so wichtig, auch das eigene erlittene anzusprechen, zuzulassen und vor allem, nicht den Rechten zu überlassen. Das Schweigen zu diesem Thema hilft den Faschisten. (Da sie sich dann als die einzigen "Versteher" darstellen können.)

Mittwoch, 23. September 2009

der Tag nach dem autofreien Tag - Streichungen bei den Öffis

Abgesehen von meinem heutigen Nicht-Buserlebnis einmal vorab die Eindrücke, wie ein Tag nach dem autofreien Tag beginnt.

Der Kurier berichtet über Obama, der eine Weltkatastrophe durch Klimaerwärmung ankündigt, die Titelseite des Wirtschaftsheftes Printausgabe Kurier: "Streichkonzert bei den Nebenbahnen". Einige erst vor kurzen halbherzig eröffnet, erfüllen sie die erwartete Nicht-Auslastung und können wieder begründet zugesperrt werden - so sieht neue moderne Mobilität seitens der ÖBB aus!

Wäre doch viel interessanter und wahrhaftiger, wenn das Streichkonzert der Nebenbahnen, die still und heimliche Streichung attraktiver Schnellverbindungen am Autofreien Tag berichtet würden!
Nein, genau am Tag danach! Wie auffällig.


Nachfolgend mein Brief an die Geschäftsführung des Verkehrsverbundes Ostregion, nachdem ich heute erfolglos versucht habe, mit einem öffentlichen Verkehrsmittel nach Wien zu kommen.


Sehr geehrte Geschäftsführung!

Seit vielen Jahren versuche ich möglichst alle Wege mit Öffis zu bewältigen, sofern realistische Zeiträume angeboten werden. Das ist von meinem Standort Steinberg-Dörfl im Burgenland aus, schwierig genug.

Da ich viel in Wien unterwegs bin und schwer zu erschüttern, nutze ich abwechselnd Zugverbindungen (Deutschkreutz) und seit einem halben Jahr die Park&Ride Anlage Weppersdorf. Ich war hocherfreut, einen Pendlerbus um 08:00 Uhr morgens zu haben und auch überrascht wie intensiv die Linie von anderen Menschen genutzt wird. Der Bus war nämlich stets fast ganz voll.

Heute morgen war es wieder so weit - meine Nachmittagstermine ließen zu, dass ich auch noch eine Heimfahrt mit dem Bus bewältigen hätte können. Ich fuhr zur P&R Anlage Weppersdorf, um den schnellen Bus nach Wien zu nehmen.


ES GIBT IHN NICHT MEHR

Der Chauffeur der Blaguss-Linie, die ca. zur selben Zeit dort fährt, informierte mich, dass es nur mehr einen "halbschnellen" Bus gibt. Statt 01:11 h, nun 01:40 h. Statt kurz nach 09:00 Uhr am Matzleinsdorfer Platz auszusteigen, nun Ankunft 09:40!

Nun bin ich wieder ausgestiegen und mit dem Auto nach Wien gefahren. Sie haben eine Benützerin verloren.

Das ist ihnen wahrscheinlich ohnehin egal, einige Linien weniger, 30 Passagiere weniger - spielt keine Rolle. Sollen doch die Pendler 30 min länger (+ 50 % der Zeit) fahren. Das Image, dass, wer es sich nur irgendwie leisten kann, NICHT mit Öffis fährt, wird hiermit verstärkt.

Mein Fahrplanheft mit Gültigkeit bis 31.12.2009 (Auszüge weiter hinten) , das ich für diese Fahrten verwendet habe, gilt nicht mehr! Die neue Regelung dürfte erst seit sehr kurzer Zeit in Kraft sein, da ich noch Mitte August mit dieser Linie gefahren bin. Ebenso die heute von mir (im Nachhinein abgerufene) aktuelle Fahrplansituation.

Aber vielleicht haben Sie ja auch noch eine andere Erklärung, warum eine Buslinie ersatzlos gestrichen wird. Warum diesbezüglich keinerlei Information aushängt etc etc.


Enttäuschte Grüße
Herta Emmer


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Fahrplanheft Weppersdorf - Wien
gültig von Mo - Fr 21.07.2009 - 12.12.2009

Linie V102 / 1155
Abfahrt 07:59
Ankunft 09:10
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Freitag, 18. September 2009

Grüne Produkte und der Preis

http://www.unternehmerweb.at/emagazin_pdf/oekostrom_09_2009.pdf

1.) schön, dass green consumers ein immer größerer Faktor werden
2.) der Einzug in alle Bereiche der Wirtschaftsdiskussion, nämlich ohne mitleidigem Lächeln, sondern als "Markt" ist ein echter Durchbruch
3.) Menschen, die nicht mehr wollen, dass Kinder ausgebeutet, ArbeiterInnen in Abfällen ersticken und schwere gesundheitliche Schäden durch Säuren, Abgase etc in der Produktion von Produkten, die sie kaufen, erleiden - werden mehr!

aber
4.) was mich noch immer ärgert, ist dass selbstverständlich angenommen wird, dass grüne Produkte teurer sind. Das stimmt nämlich nicht. Nicht grundsätzlich.

denn
5.) die Hochpreisprodukte (Imageprodukte, Lebensstil-Luxusprodukte) sind nicht öko!

und
6.) sind Naturmaterialien in verschiedenen Bereichen WESENTLICH günstigter als Plastikprodukte auf Erdölbasis.

also weg vom Hochpreis- und sowieso-immer-teurer-Image!

Weils einfach nicht stimmt und somit ein touch von "Sonderklientel" bleibt.


Beispiele wo Nachhaltigkeit günstiger ist:

Beispiel Käse: wer sich Importkäse aus Weißnichtwo kauft, ist mit dem Biokäse aus der Region sicher günstiger bedient

Beispiel T-shirts: Öko-T-Shirts sind in der mittleren Preisklasse angesiedelt und nicht nach 10maligem Waschen löchrig

Beispiel Reinigungsprodukte: Ausgieber weil mit weniger Füllstoffen angereichert

...


Göttin des Glücks
Holzöle von Auro

Mittwoch, 9. September 2009

neue Ufer - Mut zu Chancen

»Der Mensch kann nicht zu neuen Ufern vordringen, wenn er nicht den Mut aufbringt, die alten zu verlassen.

André Gide


Mit Loslassen beginnen alle Veränderungen.
Neue Zeiten brauchen mutige Menschen.
Systemänderung muss neues zulassen und altes loslassen.


(Wobei wir wieder bei einem Herzensthema von mir "Widerstand gegen Veränderung" wären.)

Wer die Zeichen der Zeit nicht rechtzeitig erkennt, dem wird die Zeit die Zeichen setzen.

Dienstag, 8. September 2009

neue Arbeitsformen - arbeiten wo man will

Die Gruppe Zukunftsforschung diskutiert gerade über arbeiten, mit wem und wo man will

Es geht darum, dass die neue Internettechnologie völlig neue Formen von Arbeit ermöglicht - jetzt müssen es nur mehr "alte Ökonomien" und "bürokratische Strukturen" verstehen lernen.

Noch immer glauben zu viele (Chefs), dass Arbeitsleistung (bei Denk- und Planarbeit) in Arbeitszeit vor Firmenbüroschreibtisch messbar ist. Völlig oldfashioned. Damit verlieren die Firmen ihre besten Mitarbeiter, das wird derzeit in einschlägigen Magazinen diskutiert (brand eins etwa) oder ist im empfohlenen Buch "Morgen komm ich später rein")besprochen.

Dass junge, moderne Menschen nicht mehr in Standardjobs (oder nur mehr sehr schwer) zu integrieren sind kennen Personalisten schon längst. Abgesehen davon, dass gerade die Generation der jetzt bis 35jährigen vielfach in prekären Dienstverhältnissen, neuer Selbständigkeit, Teilarbeit groß geworden ist, sind 8-5 jobs mit kreativer Denkarbeit nicht kompatibel. Aus der EDV-Branche längst bekannt, schwappt diese Welle nun auch in weite Teile von old-economy-Berufen.

Ich bin fest davon überzeugt, dass die neue Führungsleistung darin besteht, die Koordination und Organisation von freien MitarbeiterInnen in Netzwerkstrukturen zu managen. An dieser Leistung wird sich Erfolg und Misserfolg von Organisationen messen lassen.

Sonntag, 16. August 2009

Neusiedlersee-Radtour


in zwei Tagen die Südhälfte der Neusiedlersee-Radtour gemacht (90 km)

Vom Bahnhof Deutschkreutz ab (weil dort Auto geparkt, sicherheitshalber, falls wir mit der Bahn rückreisen müssen) nach Kophaza, Balf, dort auf den Radweg gestoßen, der ausgezeichnet gekennzeichnet ist. Die Ungarn lassen sich nicht lumpen und beschriften alle Ortschaften (auch die österreichischen, warum das wichtig ist, später). Immer wieder finden sich kleine Raststätten, die Orte sind romantisch urtümlich und der Radweg ist flach und für alle ungeübten geeignet.

In Fertöd nochmals Pause gemacht, hier gibt es das Schloß Esterhaza anzuschauen, wir sind aber bei ausgezeichnetem Kaffee verblieben und dann gleich nach Pamhagen weitergefahren. Der Radweg Fertöd-Pamhagen zieht sich, ist schmal und schlecht gewartet, was aber der Stimmung keinen Abbruch tut.

Von dort weiter nach Apetlon, wo wir bei Freunden vorbeischauen, leider keinen Wein gekauft, unsere Vorratshaltungsmöglichkeiten sind -radfahrend unterwegs - beschränkt. Die kürzere Strecke nach Illmitz scheint nach mehr als 40 km Fahrt angemessen, dort gibts eine kurze Rast beim Heurigen. Nicht zu üppig, Podersdorf wartet noch und auf dem Weg dortin muss man zuerst durch die Hölle. Sie hält was sie verspricht: glühend heiß.

Podersdorf. endlich. Urlaub. Südfeeling. Die Überfahrt nach Breitenbrunn gelingt nicht mehr ("Na um halb sieben fährt doch keine Fähre mehr!") Wir bekommen aber gleich ein nettes Zimmer und verbringen einen lauen Abend mit wunderschönem Sonnenuntergang am Podersdorfer Strand.

Am nächsten Tag mit der Fähre nach Rust, wir meinen das reicht als Retourstrecke bei 35 Grad angesagter Tagestemperatur (was sich bewahrheitet) und los gehts mit der romantischen Fährenfahrt.

Die Einfahrt in die Ruster Bucht ist malerisch, gleich will man so ein Schilfhäuschen haben, denn der Liebe zur Weite des Neusiedlersees ist nicht zu entkommen.

Rust, dann Mörbisch, der Radweg führt durch die Hauptstraße, jetzt noch kein Halt, die flache Strecke verwandelt sich in eine leichte Hügellandschaft, nun kann man auch manchmal einen Blick auf den See erhaschen (denn, nur weil es Neusiedlersee-Radtour heißt, gilt nicht, dass man den See sieht).

Doch hallo! - jetzt sind wir im Ödenburger Gebirge, die Steigung zum Grenzübergang ist nicht ohne, vor allem unerwartet. Und nun: die Österreicher schreiben den Radweg nicht ordentlich an. Plötzlich gehts "zur Grenze" oder "Radweg nach Pamhagen" kein Wort einer einzigen ungarischen Station. Leute, da gibts noch was zu lernen. (Vor allem findet sich kein einziger Hinweis zum Rotweinwanderweg in der Blaufränkischregion.)

Mörbisch - Grenze - Fertörakos - Balf
Hügelig, und anstrengend, gerade in der vollen Mittagshitze, aber gottseidank die Ungarn: immer wieder ein Standl mit Obst oder frisch gepresstem Traubensaft. Rettend. Auf diesem Abschnitt gibts übrigens die wunderbarsten Durchblicke zum See.

In Balf kurze Rast bei einem Denkmal unter großen, schattigen Bäumen, dann gleich weiter nach Kophaza dort dann ausgiebige Pause bei gutem Essen.

Die Überraschung, erst drei Stunden gefahren und schon 30 km gemacht. Nach unserer Pause gibts noch die kleine Steigung zur Grenze hin, dann nach Deutschkreutz - und gleich ist der Bahnhof da und die Tour beendet.

Schön wars, erholsam und viele gute Bilder mitgenommen


Übrigens: zwei sehenswerte Nationalparks liegen auf dieser Route

Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel

Nationalpark Fertö - Hansag

Dienstag, 4. August 2009

Veränderungsfähigkeit in der Krise




in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift für Organisationsentwicklung findet sich ein wirklich erfrischender Artikel mit Prof. John P. Kotter.

Ein Zitat bringt wohl eine crux in der Organisationsentwicklung besonders treffend auf den Punkt:


OE: Wann ist es denn einfacher, diese Fähigkeiten (für organisationale Veränderung) aufzubauen: bei Sonnenschein oder im Sturm?

Kotter: Wenn Sie im Sturn gegen eine Kokospalme geschleudert werden und die Wellen über Ihnen zusammenbrechen, dann mindert das zwar Ihr Beharrungsvermögen und Ihre Selbstzufriedenheit, Sie werden aber wenig Drang verspüren, vernünftig über Veränderungen nachzudenken. Wenn Sie Angst vor dem Ertrinken haben, denken Sie nur eins: Überleben.
In guten Zeiten geht das viel einfacher. Gleichzeitig sind Menschen in guten Zeiten viel weniger gewillt, Veränderungen anzugehen. Das ist das Dilemma: In guten Zeiten ist der Aufbau von Veränderungsfähigkeit relativ einfach, das Beharrungsvermögen aber hoch. In schlechten Zeiten ist das Beharrungsvermögen gering, der Aufbau von Veränderungsfähigkeit aber schwierig.

(Kotter, in Zeitschrift für OrganisationsEntwicklung Nr. 3 |2009)

Sonntag, 19. Juli 2009

Ernst von Glasersfeld

http://www.youtube.com/watch?v=35XMxfS6n0Q&feature=related

Vortrag von Ernst von Glasersfeld.


Besonders genossen habe ich seine Memoiren "Unverbindliche Erinnerungen". Dazu gab es auf Ö1 einen wunderbaren Bericht



Bericht über Ernst von Glasersfeld und den radikalen Konstruktivismus auf youtube

Donnerstag, 9. Juli 2009

Aufbruch zu neuen Ufern




http://www.gemaelde-und-objekte.de/uploads/gallery/big/1236208458-NeueUfer-Aufbruch_MG_19200_5D_090222_Nicole_Paintings.jpg

Montag, 29. Juni 2009

neues Wirtschaften - neuer Markt


Gestern hat mich die Sendung Im Zentrum schon sehr ernüchtert. Abgesehen davon, dass Wirtschaftskompetenz ausschließlich männlich ist. Aber das mit den Spitzenpositionen-Besetzungen haben wir ohnehin schon des öfteren diskutiert.


Also unsere Experten machen wahrlich keinen vertrauenserweckenden Eindruck. Sie sind bemüht und besorgt und versuchen ihr bestes. Aber ich muss mich da schon der Aussage Frau Thurnherrs anschließen - jetzt mit der Verwaltungsreform als Grashalm in der Not zu kommen ist tatsächlich mehr als verwegen.

Wer soll diese Verwaltungsreform betreiben, wo soll plötzlich ein Glaube an eine Vereinfachung der bürokratischen Wege (was Voraussetzung für Einsparungen ist) entstehen?

Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren!


Zu den neuen Märkten. Abgesehen davon, dass die Märkte mit tatsächlichem Wachstumspotential direkt vor unseren Augen sind (Ökologie, Energie, Bauwirtschaft) wird genau darum diskutiert, wo denn diese Märkte wären. Ein Indiz dafür, dass die neuen Energien und Markttreiber vielleicht nicht aus den gewohnten "alten Industrien" mit "alten Produkten" kommen, sondern vielmehr durch Innovationen und neue Proudkte entstehen. (Hier sei wieder meine Sorge bezüglich der EntscheidungsträgerInnen erwähnt.)

Wenn die Banken noch immer keine Kredite vergeben, wo wir mittlerweile vor fast einem Jahr (Sep 2008) einer Sondersitzung des Nationalrats zur Rettung aus der Finanzkrise bedruften, wenn dies nun alles so lange dauert - wie soll dann jemand an das Tempo einer Staats-Verwaltungs-Reform glauben?!?



Übrigens schreibt heute Franz Schellhorn einen ausgezeichneten Artikel in der Presse zur Hoffnung auf Marktmechanismen

Mittwoch, 24. Juni 2009

gleicher Lohn für gleiche Leistung

an und für sich hängt mir dieser "Sager" nun schon bei den Ohren raus. Ich habe ihn schon gehört, als ich noch ein kleines Mädchen war. Im späteren Berufsleben habe ich dann gelernt, dass man mindestens um einen (Ausbildungs)-Grad besser sein muss um - beweisbar! - den gleichen Lohn wie schlechter qualifizierte Männer zu erhalten.

Heute ist es noch schlimmer geworden. Auch das nützt nichts mehr. Da wir ja in einer "offenen" Gesellschaft leben und "Schulzeugnisse wirklich eh niemanden" mehr interessieren. Das heißt nämlich noch mehr Beliebigkeit dort wo es um Vergleichbarkeit gehen könnte.

Auf in die Leistungsgesellschaft!

Wenn man nun in verschiedenen Foren Diskussionen zum Thema beobachtet (z. B. xing-Froum Politik) muss man leider mit Erschrecken feststellen, dass ja die jungen Frauen diese Problematik ignorieren. Gleichzeitig ist es auch schön mitanzusehen, wie sie glauben, wenn sie doch nur gut genug sind usw usf. ... Sie brauchen auch keine Babypause machen. Alleine die Tatsache, dass eine Schwangerschaft überhaupt technisch möglich ist, reicht zur Diskriminierung.


Und nun bitte nicht die drei Vorzeigefrauen vor den Vorhang, die "es geschafft" haben. ... Wenn man sich einfach nur genug bemüht ...
Umkehrschluss: alle anderen haben sich wahrscheinlich nicht genug bemüht (Falle!)


Wiedereinmal möchte ich an die Studie der WU Wien zum Thema Frauenkarrieren erinnern.

Ein Frauen-Karrier-Tip-link zum drüberstreuen.
Frechkommtweiter und wer glaubt, dass diese Tips hilfreich sind... Ich vermute ja, dass viele Frauen mit "das ist es mir nicht wert" argumentieren, weil man irgendwann den Kampf gegen unsichtbare Grenzen aufgibt. Menschen müssen sich irgendwann der normativen Kraft des Faktischen unterwerfen. Das ist nichts geschlechtsspezifisches, das ist etwas menschliches.

Freitag, 19. Juni 2009

Reformen kommen immer von den Benachteiligten

wer vier Asse in der Hand hat, verlangt nicht,
dass neu gegeben wird.

(Wilhelm Hennis)

Dieses Zitat begleitet mich seit einem Vierteljahrhundert. Ich habe es ausgeschnitten wegen des Bilds unter dem es gedruckt war.

Das Bild zeigte eine Frau, an der vier Kinder zerrten.

Es war aus einem Zitatekalender und ist nicht mehr auffindbar.
Was schade ist.

Sonntag, 7. Juni 2009

Johanna oder die Erfindung der Nation



Das Stück von Felix Mitterer erfährt eine starke Aktualität heute und ist als Spiegelbild der jetzt geführten Diskussion außerordentlich brauchbar!

Ich habe es nun einmal gelesen, mit steigendem Gefallen und werde das Stück wohl noch öfter zur Hand nehmen

Samstag, 30. Mai 2009

Wunibald!


Wunibald, gemeinsames Kind von Ursula Plassnik und Alexander Van der Bellen! Wider die geistige Verzwergung der Republik.

Entzückend, wunderbar, tolle Fotos von Matthias Cremer

Wie schön, wieder Positives zu sehen!

Donnerstag, 28. Mai 2009

politikmachen - Standpunkt zum Weißwählen

"Wer sich nicht mit Politik befaßt, hat die politische Parteinahme, die er sich sparen möchte, bereits vollzogen: er dient der herrschenden Partei."

Max Frisch Tagebuch 1946 - 1949, S. 329, Frankfurt am Main, Suhrkamp 1972

Sonntag, 24. Mai 2009

"Die" Jugend

„Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt. Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen,“ sagte der Zukunftsforscher Aristoteles

Wie schön, wenn sich "die" Alten, "die Junggebliebenen" und "die" Erwachsenen über "die Jugend" Sorgen machen.

Entwicklungstechnisch ein wirkliches Novum!

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Saturierte Parteistrukturen bringen saturierte Persönlichkeiten hervor. punktum.
Diese sind abgeschliffen, sonst wären sie nicht durch die Mühlen der Aufstiegshierarchien gekommen. Wie also soll man von diesen Leuten verlangen, nur irgendetwas laut zu sagen, das nicht gerade in den mainstream passt und somit dem persönlichen Aufstieg schadet.

Zur Zeit sagt "man" also, die Jugend ist rechts. Darüber kann man sich ausführlich abdiskutieren, "man" kann sich in Foren jugendlich darstellen, oder die Stirn in Falten legen - und somit braucht "man" auch nichts wirklich tun.


Gut gefällt mir der heutige Artikel von Rainer Nowak in "Die Presse am Sonntag" , der schon wagt, manches klarer anzusprechen. Gut so. Weiter so!

Sonntag, 17. Mai 2009

Ich bin doch nicht blöd!


von Bildung, Gscheitheit und Dummheit
Fehlermachen, Mut und Lernen



Der sehr empfehlenswerte Titel zu Dummheit und unserem verkrampften "Bildungseliten-Eifersuchts-Umgang" von Gerhard Pretting im Wochenendstandard hat mich sehr angesprochen.

Diese erziehungstechnischen Maßnahmen aus jedem Kind einen Star zu machen, daraus resultierend die Sado-Maso-Rauswähl-shows, können nur ins kollektive Verweigern von Exzellenz führen - wo gleichzeitig das Bildungssystem auf Vereinheitlichung und Standardisierung ausgelegt ist.

So wunderbar beschrieben aber habe ich dazu schon lange nicht mehr gelesen. Gratulation an Herrn Pretting.

Donnerstag, 14. Mai 2009

für Sperre von Kinderporno-Seiten

Nun schwappt die Diskussion über die Sperre von Kinderporno-Seiten (seitens der Provider) auch auf Österreich über. Die Positionen sind gespalten und zwar wird der Datenschutz als Begründung aufgeführt, die Machbarkeit, die Transparenz der Liste der Kinderpornoseiten, etc.

Alles gute Argumente.
Alles dies muss bedacht werden.

Das höchste Gut ist jedoch, dass klipp und klargestellt wird, dass Vergewaltigung von Kindern ein Verbrechen ist, als Geschäft noch ein größeres. Hier gibt es keine "Meinungsfreiheit", keinen "Interpretationsspielraum" oder sonstige weiche Ausreden.

Eine Verfolgung und ein Verbot inkl. Entfernung vom Markt von solchen Veröffentlichungen muss umgesetzt werden.

siehe auch einen Kommentar in Emma

oder im orf

Mittwoch, 13. Mai 2009

Zukunft

„Das beste an der Zukunft ist vielleicht der Umstand, dass immer nur ein Tag auf einmal kommt,“ sagte der Zukunftsforscher Dean Gooderham Acheson (1893 - 1971).

Dienstag, 5. Mai 2009

Persönlichkeitstest BM für Bildung

Heute habe ich ein email an Frau Bundesministerin für Bildung, Schmied, gesendet

Sehr geehrte Frau Bundesministerin Schmied

meine Tocher, Jahrgang 1993, wurde für den Pisa-Test ausgewählt. Heute, 5.5.2009, ist der Test über die Bühne gegangen, 6 Stunden lang wurden verschiedene Tests vorgelegt. U. a. auch der Test, der höchst umstritten bereits in anderen Bundesländern zu Protesten geführt hat.

Sie haben versprochen, den Test zurückzuziehen und nun zeigt sich - sie haben es nicht bewirkt.


Meine Tochter hatte u. a. auch einen einstündigen Test mit folgenden Fragen (nicht taxativ) auszufüllen

- wirst du von deinen Lehrern misshandelt
- wirst du von deinen Eltern misshandelt
- wirst du von Schulfreunden misshandelt
- habt ihr zuhause eine Waschmaschine
- habt ihr zuhause einen Geschirrspüler
- welche Sprache sprecht ihr zuhause
- welchen Beruf (textlich) üben deine Eltern aus
- sind deine Eltern zuhause, Vollzeit, Teilzeit, beschäftigt
- Putzfrau (bei Teilzeit)
- hast du die österreichische Staatsbürgerschaft
- und seit wann
- ladest du illegal Musik aus dem Internet herunter
- wie viele Bücher gibt es bei euch zuhause

usw.


Das ganze unter Angabe des Geburtsdatums und einer Nummer, die mit dem Namen des Kindes verknüpft ist.


Ich ersuche Sie um eine diesbezügliche Erklärung

Donnerstag, 30. April 2009

Organisationsentwicklung "Führung im Wandel"


In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift für Organisationsentwicklung ist ein ausgezeichneter Artikel zu Change Management im öffentlichen Dienst, Autoren sind Frank Schäfer und Markus Raumann.

Die Quintessenzen sind legendär und eine Grundaussage, nämlich der clash of cultures zwischen bürokratischer hierarchischer Organisation und Politik stimme ich voll zu. Diese beiden verschiedenen Systeme irritieren sich gegenseitig.

Der Hauptteil des Artikels formuliert einen Beratungsprozess in einer öffentlichen Verwaltung. Kann man ins Lehrbuch schreiben.

Gratulation an die Autoren
- und vielleicht liest man noch mehr über den Zusammenstoß an der Spitze zwischen Spitzenbeamten und Politikern.


Quelle: Zeitschrift für Unternehmensentwicklung und Change Management, Ausgabe 2/09. Thema "Führung im Wandel"

Dienstag, 21. April 2009

Hochachtung vor Hans Anthofer

Hans Anthofer ist gestorben. Ein Freiheitskämpfer und aufrechter Mensch, eine große Persönlichkeit weilt nicht mehr unter uns.

Ich verneige mich tief und drücke seiner Frau mein tiefes Beileid aus.


Von ihm können wir alle viel lernen: Mut, Anstand, Rückgrat


Nachlese

Dienstag, 14. April 2009

Die Politik ist ein wildes Tier

Nicht nur, dass die Frauen(Menschen!)-Rechte in Afghanistan seit Jahrzehnten mit Füßen getreten werden,
Nicht nur, dass die Frauenorganisation nicht zur Kenntnis genommen wird
Nicht nur, dass die Taliban ihr Gift nachhaltig injizieren konnten und es immer mehr Zustimmung für Ihre Sklavenhaltungsmethoden gibt

Die Regierung (die vom Westen eingesetze Regierung) hat das Gesetz zum Pflichtsex von Frauen nicht zurückgenommen.

Nicht nur, dass all dies passiert, eine mutige Frau musste jetzt wieder ihr Leben lassen - erschossen.


genauer im heutigen Kurier - Printversion
ebenso in der Presse


Dieses Buch ist übrigens sehr zu empfehlen.

Freitag, 10. April 2009

Firmen bekommen immer schwerer Kredit

Im September 2008 musste mitten im Wahlkampf eine dringlichen Nationalratssitzung abgehalten werden, in der u. a. ein Konjunkturpaket beschlossen wurde.

Bis heute ist es nicht angekommen.


Siehe auch den Bericht der ÖNB im standard >Wirschaft>Finanzen & Börse

09. April 2009, 12:30
Firmen bekommen immer schwerer Kredit
Die Betriebe klagen über steigende Margen und höhere Sicherheitserfordernisse

*

Wien (APA) - Österreichs Firmen haben immer mehr Schwierigkeiten Kredite zu bekommen. Wie die Oesterreichische Notenbank (OeNB) am Donnerstag auf Basis einer Umfrage bei zehn großen Unternehmen mitteilte, steigen nicht nur die Margen, sondern die Banken verlangen auch immer mehr Sicherheiten und gewähren Finanzierungen nur noch für kürzere Laufzeiten. Eine Sonderbefragung des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) vom März belegt die Probleme: 30 Prozent der Unternehmen berichten, dass sich für bestehende Kredite die Kreditbedingungen in den letzten drei Monaten verschärft hätten, bei neu aufgenommenen Krediten sogar 36 Prozent. Bei den großen Unternehmen registrierte gar die Hälfte eine Verschärfung.

Stark gestiegene Margen

Fast alle Unternehmen berichten laut OeNB über stark gestiegene Margen bei allen Formen der Außenfinanzierung, in der Mehrzahl der Fälle bereits seit Sommer 2007. Einige Betriebe sind laut OeNB mit Kürzungen von Kreditlinien konfrontiert oder müssen ihre fällig werdenden Zahlungsverpflichtungen teilweise aus dem Cash Flow finanzieren. Besondere Probleme gibt es laut der Befragungen bei Konsortialkrediten für Großprojekte oder bei der fristgerechten Finanzierung langfristiger Projekte, die "nicht mehr oder nur mehr zu überaus hohen Margen möglich" sind. Gleichzeitig berichteten beinahe alle befragten Unternehmen über Schwierigkeiten, Anleihen zu begeben bzw. Eigenkapital aufzunehmen.

Die Kreditnachfrage und -vergabe hat im 2. Halbjahr 2008 trotz Krise im Schnitt noch um 8 Prozent zugenommen. Auch im Jänner und Februar wuchs das Kreditvolumen noch um 7,7 bzw. 6,3 Prozent, im Vergleich zum jeweiligen Vormonat hat sich das Wachstum laut OeNB allerdings verlangsamt. Lagen die monatlichen Veränderungsraten im November und Dezember noch bei plus 1,8 und 2 Prozent, gab es im Jänner einen Rückgang um 0,6 Prozent und im Februar Stagnation zum Vormonat

Steigende Liquiditätspräferenz

Die robuste Kreditnachfrage der Unternehmen sei ein Phänomen, das auch in vergangenen Abschwungphasen beobachtet worden sei, führt die Nationalbank aus. Grund dafür seien einerseits die Probleme der Unternehmen Mittel am Kapitalmarkt aufzunehmen, andererseits "die steigende Liquiditätspräferenz" zur Absicherung des künftigen Refinanzierungsbedarfs bzw. wegen ungünstigerer Konjunkturerwartungen. Dass die Unternehmen trotzt Kreditwachstums über Beschränkungen klagen, habe vor allem mit der "stärkeren Differenzierung der Banken gegenüber Kunden nach unterschiedlichen Kriterien" zu tun, so die OeNB.

Eine Analyse von Großkrediten (über 350.000 EUR) nach Branchen zeigt laut dem OeNB-Kreditbericht für Dezember 2008 und Jänner 2009 einen Rückgang der Kreditnachfrage (zum Vormonat) in der Sachgütererzeugung, im Verkehr sowie bei Information und Kommunikation. Im Bauwesen sei nach Rückgängen im Jänner 2009 wieder ein leicht positives Monatswachstum zu verzeichnen.(APA)

Donnerstag, 9. April 2009

Gravierende Fehler der EZB in der Wirtschaftskrise

Ich diskutiere nun schon immer intensiver in gewissen Kreisen, dass Inflation kein Problem im Verhältnis zu Deflation ist und ich die ängstlichen EZB-Männer mit ihren Maastricht-Kritierien nicht verstehe. Dieses starre Festhalten an Zeiten, die es jetzt eben nicht gibt. Regeln sind gut und wichtig. ja. Man muss nur erkennen, wann sich ihr Umfeld geändert hat und sie deshalb nicht mehr gültig sind.

Heute im Kurier spricht Peter Bofinger aus, was ich schon länger vertrete. Ein Lichtblick, wenn die öffentliche Meinungsbildung neuen Input bekommt.

Ich habe den Artikel nur in der Printversion gefunden, wer ihn nachlesen will, gleich hier in Nur-Text-Version.

Wirtschaftskrise
„Gravierende Fehler der EZB“
Der deutsche Wirtschaftsexperte Peter Bofinger wäre für eine höhere Inflation.
von Reinhard Göweil
Wir hatten im Oktober – nach der Lehman-Pleite – die höchsten Zinsen, seit es den Euro gibt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat in der Krise gravierende Fehler gemacht“, kritisiert der deutsche Wirtschaftsexperte Peter Bofinger. Der Würzburger Universitätsprofessor ist von den deutschen Gewerkschaften in den sogenannten „Weisenrat“ entsandt worden, der die Wirtschaftsentwicklung Deutschlands einschätzt. Er sitzt zudem im Wissenschafts-Beirat des Wirtschaftsforschungsinstitutes in Wien.
Bofinger meint, dass die EZB viel zu spät reagiert habe. Wegen der tiefen Wirtschaftskrise sinkt nun die Nachfrage, die Folge sind sinkende Preise. „Wenn ein Land in einer Deflation drinnen ist, wie das Beispiel Japan zeigte, ist es schwer, wieder raus zu kommen. Mit höherer Inflation hätte ich viel weniger Problem“, sagt er. Deflation bedeutet absolut sinkende Preise.
G 20
Auch die Beschlüsse des G-20-Gipfels kritisiert der Deutsche als „zu halbherzig, zu notgedrungen“. Bofinger wäre dafür die Banken zu verstaatlichen, die toxischen Papiere in eine „schlechte Bank“ herauszulösen, und die Banken anschließend wieder an die Börse zu bringen. „Das wäre ein Thema für die G 20 gewesen. Auch bei den Ratingagenturen haben die Regierungschefs nichts zusammengebracht. Die laufen unbelästigt frei herum, und waren mitverantwortlich für die Krise, weil sie hochkomplexen Papieren beste Bonitäten bescheinigten.“ Bofinger ist für die Gründung einer staatlichen Agentur zur Einschätzung der Kreditwürdigkeit von Banken und Finanzprodukten.
Alter Trott?
Der „Wirtschafts-Weise“ warnt davor, nun wieder in den alten Trott zu verfallen. „Stagnation, hohe Arbeitslosigkeit und hohe Verschuldung erhöhen den Lohndruck. In der Folge kann es Steuersenkungen geben, um die Unternehmen zu entlasten.“
Das würde – so Bofinger – zu Deflation führen und zu einer „Instabilität des politischen Systems“, weil sich immer mehr Bürger als Verlierer der Krise sehen würden. Bofinger: „Der Staat braucht zusätzliche Aufgaben, nicht immer weniger. Die Entstaatlichung muss gestoppt werden.“ Im Ernstfall solle dies über höhere Steuern finanziert werden – etwa mit der in Österreich umstrittenen Vermögenssteuer.


© 09.04.2009 KURIER

Dienstag, 7. April 2009

Josef Winkler


Leichnam, seine Familie belauernd, Suhrkamp, 2003

Ein ganz tolles Buch. Lesenswert - wie Winkler überhaupt.

Wer nur irgendwie "das Land" verstehen will, die Netze, die Wände, die Regeln und Riten, sollte Winkler lesen. Klare Sprache, brutale Offenheit, großartiger Literat!

Freitag, 3. April 2009

Lehrergewerkschaft fordert Pension mit 55

Lehrergewerkschafter Riegler forder also die Frühpension mit 55. Das wird das Schulsystem retten, davon bin ich auch überzeugt. Nämlich das alte verbohrte System, einbetoniert in Sonderregelungen und Argusäugigkeit hnsichtlich erhalten und ausbauen von Pfründen.

Die Gewerkschaftsvertreter unserer LehrerInnen sind offenbar noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen. Mit den Lösungen der 70er-Jahre ist kein Staat und vor allem keine Schule mehr zu machen.

Wir brauchen MEHR LEHRERINNEN. Engagierte, gut ausgebildete Menschen, die unsere Kinder ausbilden - und zwar möglichst breit. Mehr Schulzeit, mehr offene Lehr- und Lernzeit!

Und ganz sicher keine alten Männer, die 55 Lebensjahre als Pensionsreif ansehen. (Kleine crux am Rande: das Pensionsalter wurde vor nicht allzulanger Zeit erhöht.)



Ein diesbezüglicher Bericht im kurier

Donnerstag, 26. März 2009

Maria Lassnig

"Man kann nie aufhören, gut zu sein. Man muss immer versuchen, besser zu werden." Maria Lassnig




Maria Lassnig, porträtiert von Sepp Dreisinger





Maria Lassnig, Selbstportrait mit Kochtopf


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Die Ausstellung ist sehr sehenswert, es lohnt sich, Maria Lassnig kennenzulernen

Montag, 23. März 2009

wehleidige alte Männer

Herr Dörfler (Landeshauptmann von Kärnten) erzählt, dass Frauen zu sensibel für die Politik sind, denn, was er aushalten "hat müssen", das würde keine Frau aushalten.

Die eigene Schwäche zum Maßstab aller Durchhaltevermögen zu machen.

Armer kleiner alter Mann. Aber die Umstände haben ihn zu einem wichtigen Entscheider gemacht. Und die anderen Männer stehen herum und wissen sich nicht zu helfen.

Ein Trauerspiel.


Artikel nachzulesen in derstandard/inland

"Dörfler: Frauen zu sensibel für die Politik"


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Für alle, die nicht suchen wollen:


Dörfler: Frauen zu sensibel für die Politik
Kärntner Landeshauptmann: "Wieder an die wahren Werte in der Familie besinnen"

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Klagenfurt - Der Kärntner Landehauptmann Gerhard Dörfler hält Frauen für zu sensibel, um in der Politik bestehen zu können. "Frauen sind zu schade für die Politik, sie sind viel sensibler als Männer, zu sensibel. Ich kenne viele großartige Frauen die nie in der Politik waren", sagte der BZÖ-Politiker in der Sonntagausgabe der Tageszeitung "Österreich". Was er im Wahlkampf auszuhalten hatte, sei keiner Frau zuzumuten, meinte Dörfler.

"Da kann Mann wie Frau stehen"

Auf die Frage, ob Frauen demnach hinter den Herd gehörten, meinte Dörfler: "Da kann Mann wie Frau stehen. Wenn aber eine Familie da ist, sollte nur ein Partner Karriere machen, wir sollten uns vielmehr wieder an die wahren Werte in der Familie besinnen. Die Wirtschaftskrise ist eine Chance umzudenken, die Jagd nach dem Geld soll nicht mehr an vorderster Stelle stehen". Er freue sich unglaublich, wenn seine Frau um zehn Uhr abends ihm noch eine frische Brennnesselsuppe machen und dabei "nicht abgehetzt und müde" sei, meinte der Landeshauptmann.

Kritik: "Verschrobene Sicht der Dinge"

Kritik an den Aussagen kommt von der Kärntner SPÖ. Dörfler habe wieder "seine verschrobene Sicht der Dinge" offenbart und gezeigt, was er von Gleichberechtigung und Chancengleichheit tatsächlich halte, erklärte Klubobmann Herwig Seiser in einer Aussendung.

"Wenn er dafür eintritt, dass in Familien nur ein Elternteil erwerbstätig sein soll, beweist er, dass er vom Leben der meisten Kärntnerinnen und Kärntner keine Ahnung hat, da diese es sich gar nicht leisten könnten, sich ´nur´ um den Haushalt zu kümmern", meinte der SPÖ-Politiker. Indem sich Dörfler die Frau als "Bereitschaftsdienstleister an Heim und Herd" wünsche, missachte er die jahrzehntelangen Bemühungen der Frauen für eine gerechte Entlohnung und halte all jenen Frauen, die aus dringenden wirtschaftlichen Gründen das Familieneinkommen verbessern müssen, ein rückwärtsgewandtes Wertesystem entgegen, sagte Seiser. (APA)

Montag, 16. März 2009

keine Schuss-Waffen in privaten Haushalten

Ich trete für ein Verbot von Schusswaffen in privaten Haushalten ein. Nur durch die Möglichkeit der Benutzung solcher Waffen sind derartige Vorgänge überhaupt möglich. Psychopathen hat es immer gegeben und wird es immer geben. Es liegt an uns, wie schnell sie viele Menschen töten können. Wir brauchen keine "Rächer" mit halbautomatischen Gewehren.

Nachfolgend ein Text aus der Gruppe Aphorismen ... in xing:


gilt den Menschen in Winnenden, die in den letzen Tagen so viel Leid erfahren mussten.

Lichterkette für alle Opfer in Winnenden
und deren Angehörige

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Wir trauern mit Winnenden!
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Der Engel

Jedesmal, wenn ein Kind stirbt, kommt ein Engel Gottes zur Erde hernieder, nimmt das tote Kind auf seine Arme, breitet die großen, weißen Flügel aus und pflückt eine ganze Handvoll Blumen, die er zu Gott hinaufbringt,
damit sie dort noch schöner als auf der Erde blühen.
Gott drückt sie dort an sein Herz, aber der Blume, die ihm die liebste ist, gibt er einen Kuß, und dann bekommt sie Stimme und kann in der großenGlückseligkeit mitsingen.

Sieh, alles dieses erzählte ein Engel Gottes, während er ein totes Kind zum Himmel forttrug, und das Kind hörte wie im Traume; sie flogen über die Stätten in der Heimat, wo das Kind gespielt hatte, und kamen durch Gärten mit herrlichen Blumen.

"Welche wollen wir nun mitnehmen und in den Himmel pflanzen?" fragte der Engel.
Da stand ein schlanker, herrlicher Rosenstock, aber eine böse Hand hatte den Stamm abgebrochen, so daß alle Zweige, voll von großen, halb aufgebrochenen Knospen, vertrocknet rundherum hingen. "Der arme
Rosenstock!" sagte das Kind. "Nimm ihn, damit er oben bei Gott zum Blühen kommen kann!"

Und der Engel nahm ihn, küßte das Kind dafür, und des öffnete seine Augen zur Hälfte. Sie pflückten von den reichen Prachtblumen, nahmen aber auch die verachtete Butterblume und das wilde Stiefmütterchen.

"Nun haben wir Blumen!" sagte das Kind, und der Engel nickte, aber er flog noch nicht zu Gott empor. Es war Nacht und ganz still; sie blieben in der großen Stadt und schwebten in einer der schmalen Gassen umher,
wo Haufen Stroh und Asche lagen; es war Umzug gewesen. Da lagen Scherben von Tellern, Gipsstücke, Lumpen und alte Hutköpfe, was alles nicht gut aussah. Der Engel zeigte in allen diesen Wirrwarr hinunter auf einige Scherben eines Blumentopfes und auf einen Klumpen Erde, der da herausgefallen war. Von den Wurzeln einer großen vertrockneten Feldblume, die nichts taugte und die man deshalb auf die Gasse geworfen hatte, wurde
er zusammengehalten. "Diese nehmen wir mit!" sagte der Engel. "Ich werde dir erzählen, während wir fliegen!"

Sie flogen, und der Engel erzählte "Dort unten in der schmalen Gasse, in dem niedrigen Keller, wohnte ein armer,
kranker Knabe. Von seiner Geburt an war er immer bettlägerig gewesen; wenn es ihm am besten ging, konnte er auf Krücken die kleine Stube ein paarmal auf und nieder gehen, das war alles. An einigen Tagen im Sommer fielen die Sonnenstrahlen während einer halben Stunde bis in den Keller hinab, und wenn der Knabe dasaß und sich von der warmen Sonne bescheinen ließ und das rote Blut durch seine feinen Finger sah, die er vor das Gesicht hielt, dann hieß es: 'Heute ist er aus gewesen!' Er kannte den Wald in seinem herrlichen Frühjahrsgrün nur dadurch, daß ihm des Nachbars Sohn den ersten Buchenzweig brachte, den hielt er über seinem Haupte und träumte dann unter Buchen zu sein, wo die Sonne scheint und die Vögel singen. An einem Frühlingstage brachte ihm des Nachbars Knabe auch Feldblumen, und unter diesen war zufällig eine Wurzel, deshalb wurde sie in einen Blumentopf gepflanzt und am Bette neben das Fenster gestellt. Die Blume war mit einer glücklichen Hand gepflanzt, sie wuchs, trieb neue Zweige und trug jedes Jahr ihre Blumen; sie wurde des kranken Knaben herrlichster Blumengarten, sein kleiner Schatz hier auf Erden; er begoß und pflegte sie und sorgte dafür, daß sie jeden Sonnenstrahl, bis zum letzten, der durch das niedrige Fenster hinunterglitt, erhielt; die Blume selbst verwuchs mit seinen Tränen, denn für ihn blühte sie, verbreitete sie ihren Duft und erfreute das Auge; gegen sie wendete er sich im Tode, da der Herr ihn rief. Ein Jahr ist er nun bei Gott gewesen, ein Jahr hat die Blume vergessen im Fenster gestanden und ist verdorrt und wurde deshalb beim Umziehen hinaus auf die Straße geworfen. Und dies ist die Blume, die vertrocknete Blume, die wir mit in unsern Blumenstrauß genommen haben, denn diese Blume hat mehr erfreut als die reichste Blume im Garten einer Königin!"

"Aber woher weißt du das alles?" fragte das Kind, das der Engel gen Himmel trug. "Ich weiß es", sagte der
"denn ich war selbst der kleine, kranke Knabe, der auf Krücken ging; meine Blume kenne ich wohl!"

Das Kind öffnete seine Augen ganz und sah in des Engels herrliches, frohes Antlitz hinein, und im selben Augenblick befanden sie sich in Gottes Himmel, wo Freude und Glückseligkeit waren. Gott drückte das tote Kind an sein Herz, und da bekam es Schwingen wie der andere Engel und flog Hand in Hand mit ihm. Gott drückte alle Blumen an sein Herz, aber die arme verdorrte Feldblume küßte er, und sie erhielt Stimme und sang mit allen
Engeln, welche Gott umschwebten, einige ganz nahe, andere um diese herum in großen Kreisen und
mmer weiter fort in das Unendliche, aber alle gleich glücklich. Und alle sangen sie, klein und groß, samt dem guten, gesegneten Kinde und der armen Feldblume, die verdorrt dagelegen hatte, hingeworfen in den Kehricht des Umziehtages, in der schmalen, dunklen Gasse.

Wir wünschen Kraft, Mut und liebe Menschen,
die nicht wegsehen und den Mut haben,
auf andere zuzugehen, wenn Leid erkannt wird.

Es gibt Tage, an denen das Lachen sehr schwer fällt
und wir möchten mit diesem Brief Mut machen.

„Kein besseres Heilmittel gibt es im Leid als eines edlen Freundes Zuspruch.“
Euripides

Barbara und das ganze Moderatoren Team

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Dieser Newsletter wurde von Moderatorin Barbara Wagner für die Gruppe "Zitate, Sprüche, Aphorismen - Quotations, sayings, aphorism" verfasst.

Mittwoch, 11. März 2009

Autofasten

Ich mache beim Autofasten mit und habe heute folgendes email erhalten. Da kann man ja wirklich nichts dagegen sagen. Vorbildlich.




Autofasten 2009 Newsletter Liebe Autofasterin!

Lieber Autofaster!

Die Fastenzeit dauert noch keine zwei Wochen und schon haben sich 5000 Autofaster und Autofasterinnen angemeldet. Das Ergebnis von 2008 ist damit bereits übertroffen. Durch Ihr Beispiel helfen Sie mit, dass es immer mehr werden.

Das Wetter ist, zumindest nördlich des Alpenhauptkammes, nicht gerade einladend zum Radeln und zu Fuß gehen - außer bei denen, die entdeckt haben, dass man bei jedem Wetter gehen und bei fast jedem Fahrrad fahren kann, wenn man nur gut angezogen ist.

Elektromobil auf zwei Rädern

Im Gegensatz zu Elektroautos sind Elektroroller und -fahrräder bereits serienreif im Handel erhältlich. Radeln ist - so brauchbar es in vielen Lebenssituationen ist - leider nicht die Lösung aller Verkehrsprobleme. Wenn die zurückzulegende Strecke zu lang oder zu bergig ist, wenn die Fitness nicht reicht oder wenn man nicht verschwitzt am Arbeitsplatz ankommen soll, können Elektrofahrräder oder Elektroroller eine Alternative sein, die einem helfen, aufs Auto zu verzichten.

Elektrofahrräder und -roller verbrauchen erstaunlich wenig Energie und gespeist mit Ökostrom hat man eine neutrale CO2-Bilanz

Übrigens: Viele Landesregierungen in Österreich fördern die Anschaffung von Elektrorollern und -fahrrädern! Erkundigen Sie sich in der Umweltabteilung Ihres Landes!

Links zu Elektrorollern: www.io-scooter.com, www.innoscooter.de, www.e-max-roller.de/.

Links zu Elektrofahrrädern: www.ktm-bikes.at/2009/at/cityblitz.php, www.gazelle.nl/de/, www.flyer.ch, www.epple.skalar-first-floor.de/EBike_132.html , www.ave-bikes.de.

Autofasten und Schifahren

So müssen Autofaster und Autofasterinnen auch nicht aufs Schifahren verzichten: Mit der ÖBB-Kombiaktion „Snow and Fun" kann man Schigebiete in den Bundesländern Salzburg, Steiermark, Oberösterreich und Niederösterreich preiswert erreichen. Je Bundesland stehen vier bis sechs Schigebiete zur Auswahl. Die Kombikarte für Bahn, Bus und Lift kostet nur wenig mehr als die Lifttageskarte allein. Diese Aktion kann man auch von Wien aus nützen sowie von Kärnten aus für Fahrten nach Bad Gastein.

Info: www.oebb.at das Feld Personenverkehr anklicken, dann „Snow and Fun-Ticket" und dann das Land, in dem das Schigebiet liegt. Auch außerhalb der ausgesuchten Skigebiete gibt es viele Möglichkeiten, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Skivergnügen zu kommen, auch in den westlichen Bundesländern, die ja zumeist wesentlich kürzere Anreisewege haben.

Die Zeit im Freien für´s Beobachten nützen

Autofasten kann eine Schule des Aufmerksam-Werdens sein: Obwohl es immer wieder schneit, sind die ersten Zugvögel wie Stare, Bachstelzen und Lerchen schon da. Aufmerksame Menschen hören die Amseln, Buchfinken und Meisen singen und entdecken die ersten Blüten. Die Plattform www.naturbeobachtung.at des Österreichischen Naturschutzbundes lädt ein, gezielt mit offenen Sinnen durch die Natur zu gehen und die Beobachtungsdaten für wissenschaftliche Auswertungen zur Verfügung zu stellen. Außerdem können Sie im Forum Bilder von Pflanzen und Tieren, die sie nicht kennen, einstellen und Experten sagen ihnen, um welche Spezies es sich handelt.

Ihr Autofasten-Team

Donnerstag, 5. März 2009

die Schule und die Lehrer

Also jetzt versucht wieder einmal eine Ministerin eine Änderung bei den Lehrern. Der Gegner: Mister "dakönntejaeinjederkommen" Neugebauer.

Er steht für: Beton

Und plötzlich tauchen Zahlen auf, wie viele Lehrer auf der Stelle gekündigt werden, wenn Schmieds Pläne umgesetzt werden.

Und plötzlich gibts Hysterie auf allen Seiten

Und noch immer fragt keiner: Wo ist das Problem? Warum kommen solche Vorschläge?
Und vor allem: Wie schaut unsere Schule morgen aus?

Ich finde, Studien sind genug in Auftrag gegeben (Erinnere mich an die Nach-Katastrophen-Pisa-Experten-Studie noch unter Gehrer), jetzt hängt es an den handelnden Personen. Mir ist ja noch immer nicht nachvollziehbar, warum der alte Verhinderer Neugebauer Chef der Beamtengewerkschaft bleiben durfte.

Überall tauchen jetzt Statistiken auf, wie sehr sich die Lehrer abstrudeln, was sie leisten etc etc. Doch darum gehts überhaupt nicht (außer eine Personalvertretung leistet vorauseilende Erklärungen um - was? - zu übertünchen). Es geht darum, wie in einer veränderten Gesellschaft das System Schule (scheinbar! oder tatsächlich?) nachhinkt.

Wenn schon bei Halbherzigkeiten derartige Widerstände auftauchen - warum dann nicht gleich Nägel mit Köpfen machen

Ganztagsschule und gemeinsame Schule.

mit einer ordentlichen Ausstattung für LehrerInnen und SchülerInnen, mit Mittagspausen und Ruheräumen. Das geht. Wenn ein Wille da ist.

(Und nebenbei kann unsere Wirtschaft jetzt Infrastrukturmaßnahmen sehr gut brauchen.)

Mehr als Protest, dass das alles nicht geht und überhaupt und sowieso und ... also wirklich! ... kann ja nicht kommen. Und vielleicht überlegen sich dann einmal die Beteiligten, wie lange sie noch verstockt sein können - oder ob man trotzige Personen tauschen sollte. (Erfahrungsgemäß hat das bei der großen Koalition Wunder gewirkt.)


Interessante Nachlesen:
Gastkommentar im standard von Niki Glattauer am 02.03.09
ZIB2 Interview Armin Thurnherr mit Karl Heinz Gruber




02. März 2009, 18:52

Lehrerleid und Gewerkschaftsjammer

Kollegiale Anmerkungen zur Kampf- und Empörungslogik von "Minutenklaubern" - Von Niki Glattauer

Wie gehabt: Es soll sich etwas ändern, und meine Kolleginnen gehen reflexartig in Kampfstellung. Aufmunitioniert wurden sie durch unsere Standesvertretung: Zwei zusätzliche Unterrichtsstunden mehr würden 10 Prozent weniger auf dem Lohnzettel bedeuten, milchmädchenrechneten die Gewerkschaftsvertreter bis in die Lehrerzimmer hinein und prangerten öffentlich die "beispiellose Abgehoben- und Unverfrorenheit" der Ministerin an. - Ich finde, es ist eine beispiellose Abgehoben- und Unverfrorenheit, wie Neugebauer und Co mit solchen Auftritten endgültig unser Image ruinieren.

Wer die Beiträge in den Ö1-Journalen gehört oder die "ZiBs" gesehen hat, der merkt sofort: Die Menschen "da draußen" verstehen uns nicht. Zu Recht. Dieses ewige Gerede von "Lehrverpflichtung", diese Minutenklauberei beim Unterricht, während hunderttausende Eltern nicht mehr wissen, woher sie das Geld für die Nachhilfestunden her nehmen sollen, weil zwischen dem, was wir in den Schulen anbieten, und dem, was die Kinder können sollen, zumindest in den sogenannten "höheren Schulen" Abgründe klaffen.

Kasperl und Krokodil

Machen wir uns bitte wegen zusätzlichen zweimal 50 Minuten jetzt nicht ins Hemd! Tun wir nicht so, als würde das den physischen und psychischen Zusammenbruch der österreichischen Lehrerschaft bedeuten. Ist denn umgekehrt jemand der Meinung, dass sich die Löcher in den Nervenkostümen der (vielen!) Burn-out-gefährdeten Kolleginnen schließen würden, wenn sie ab kommenden Herbst zwei Stunden weniger auf ihren Stundenplänen hätten? Was die für ein anständiges Leben bräuchten, wären andere Schulgebäude, andere Kolleginnen, eine andere Ausbildung - und damit verbunden ein anderes Selbstbild. Genau dafür will die Ministerin unser Steuergeld verwenden. Ihr Wort in des Finanzministers Ohr.

Wenn man will, dass sich unser Schulsystem den gesellschaftlichen Erfordernissen anpasst, dann muss sich im System auch etwas bewegen. Der Vorstoß der Ministerin, für den sie jetzt von den schwarzen und roten Gewerkschaften gehauen wird wie das Krokodil vom Kasperl, ist Bewegung in die richtige Richtung:

1. Die Lehrer/innen von morgen werden mehr Zeit mit ihren Schülern verbringen müssen.

2. Die Lehrer/inen von morgen werden mehr Zeit in der Schule verbringen müssen.

3. Die Lehrer/innen von morgen sind eine Art Lebensabschnittsbegleiter, die ihren Kindern in gemeinsamen, ganztägig geführten Schulen Wissens-, vor allem aber Sozialkompetenz vermitteln. Mit einer "Leerverpflichtung von 20 Stündchen plus viel Tagesfreizeit" werden wir diesem gesellschaftlichen Auftrag nicht gerecht werden können. Streichen wir das Wort "Lehrverpflichtung" also bitte endlich aus unseren Vokabelheften!

Natürlich, Lehrer/innen sind gebrannte Kinder. Viele Schul-"Reformen" der letzten Jahrzehnte haben sich a) entweder als Etikettenschwindel oder b) als Geldeinsparungsaktionen entpuppt. Als Beispiel für a) sei hier die Einführung der KMS (=Kooperative Mittelschule) genannt, die zur alten Hauptschule mit neuem Namen verkommen ist; als ein Beispiel für b) die vor sechs Jahren erfolgte Kürzung der Unterrichtsstunden. Übrigens: Dass sich in Umfragen fast 70 Prozent der Österreicher für die Schmied-Stunden erwärmen, liegt vermutlich daran, dass viele Eltern fälschlicherweise glauben, ihre Kinder würden dadurch mehr Unterricht erhalten. Das wäre natürlich die richtige Konsequenz, dazugesagt hat es die Ministerin bisher aber nicht. Leider.
Streik wogegen?

Auch beim Transport des Kleingedruckten in die Lehrerzimmer hat sie kein glückliches Händchen bewiesen: Warum behauptet Claudia Schmied, ihr Vorstoß würde keine Mehrarbeit bedeuten - mit dem Argument, zwei zusätzliche Unterrichtsstunden ließen sich im Rahmen unserer 40-Stunden-Woche quasi umschichten? Wie das? Sollen wir in Zukunft den Hörer auflegen, wenn der nette Herr aus Anatolien eine Viertelstunde lang nicht herausbringt, wessen Vater er ist? Sollen wir die letzte Mathe-Schularbeit im Jahr mangels unbezahlter Nachbereitungszeit unverbessert zurückgeben? Sollen wir den Polizisten, der sich aus gegebenem Anlass bereiterklärt hat, ein paar 12-Jährigen den Unterschied zwischen einem Brot- und einem Butterfly-Messer zu erklären, wieder nach Hause schicken? Vier Tage und ein (zwar spätes, aber wohltuendes) Machtwort des Kanzlers hat es gebraucht, bis wir immerhin gehört haben, dass die Arbeitszeitverlängerung keinen Lehrer den Job kosten wird.

Sei's drum, meine Gewerkschaft hat in zwei Sitzungen zu Wochenbeginn gegen die "realitätsferne" und "zynische" Haltung der Ministerin Kampfmaßnahmen beschlossen: Sofern die Ministerin nicht zurückrudert, soll noch im März gestreikt werden.

Einverstanden, streiken wir: Streiken wir für zumutbare Arbeitsplätze (Tische mit oben Platz und unten Läden wären ein Anfang); für ein neues Gehaltsschema, das Kindergärtner/innen, Volksschullehrer/innen und ganz generell junge Lehrkräfte finanziell höher stellt und unseren Beruf damit nicht nur für zukünftige Mütter interessant macht, die sich als Nebenerwerbslehrerinnen verdingen wollen; für Schulautonomie, in der Schulleiter/innen ihre Lehrer auch leiten dürfen, nicht nur verwalten; für eine flächendeckend integrative (besser noch: inklusive) Schule: Einer meiner früheren Schüler, ein hochtalentierter Rechner mit einer besonderen Form von Autismus, scheitert gerade daran, dass seine Eltern keine "höhere Schule" für ihn finden, in der jemand mit seinem komplizierten Psychohaushalt umgehen kann. Der 15-jährige Junge wird daher in einen ungeliebten Lehrberuf gedrängt, obwohl er in Mathe wahrscheinlich sogar ein Hochschulstudium erfolgreich absolvieren würde, wenn er nur erst dorthin gelänge.

Jetzt hat er halt einmal zu saufen begonnen ...(Niki Glattauer/DER STANDARD Printausgabe, 3. März 2009)

Niki Glattauer ist Lehrer in Wien, ständiger Kolumnist für die Zeitschrift "Datum" und hat eben sein erstes Kinderbuch veröffentlicht ("Schlaf gut, Susi! - Schlaf gut, Schlaf!", Residenz, 2009)

Freitag, 27. Februar 2009

Erste bekommt Staatsunterstützung und schreibt Gewinne

Erste holt sich 1,89 Milliarden vom Staat

Die Bank ist mit der Republik handelseins, Abschreibungen in Ost und West lassen den Gewinn 2008 auf 859,6 Millionen schrumpfen


Ich verstehe noch immer nicht, wo die große Katastrophe ist, wenn noch immer Dividenden ausgeschüttet werden und Gewinne geschrieben.

... und warum bekommen die Kleinunternehmen noch immer kein Geld?

Mitterlehner, seines Zeichens Wirtschaftsminister, übergibt die Kreditvergabe bereits an die awsg, weil die Banken erstarrt sind wie die Maus vor der Katze.

(Und jetzt reichts irgendwanneinmal mit "Verständnis für die Ängstlichkeit" und das Misstrauen der Banken untereinander, das vorgeschoben wird, die kleinen Unternehmen, die ganz sicher nichts für die Situation können, noch zusätzlich zu strafen.)

Meine Vermutung ist ja, dass es einen Willen zur ganz schlimmen Krise in der Realwirtschaft gibt. Damit die self-fulfilling-prophecy auch wirklich wirkt. Damit auch alle Ungläubigen jetzt erkennen, dass es wirklich ganz schlimm ist. wirklich. ganz. schlimm.

Und - wer nicht hören will, muss fühlen.


Ich bin schon gespannt, ob die Ankündigung, dass der Staat direkt Kredite vergibt, wahr wird. Zumindest schreibt die awsg bereits Stellen aus.

Vielleicht ist es doch gut, jetzt einen Kämmerer in der Regierung sitzen zu haben.

Dienstag, 24. Februar 2009

Die Perestroika des Kapitalismus

Klaus Woltron hat gestern sein neues Buch vorgestellt. Die Diskussion wurde von Peter Rabl geleitet, mit am Podium war Wilfried Stadler. Auch die Wortmeldungen aus dem Publikum waren niveauvoll.

Conclusio:
1. Wir wissens auch nicht so genau (wie stark die Finanzkrise wird)
2. Regulierungen nach dem alten europäischen Modell müssen wieder eingeführt werden
3. Der Markt hat nicht immer recht
4. Es findet ein Systemwechsel statt

5. (zu meiner besonderen Freude von einem Bankchef ausgesprochen) niemand hat es gewagt, öffentlich zu sagen, dass 20 % Rendite bei einem Realwirtschaftswachstum von 3 % langfristig unmöglich sind. Unternehmen, die über eine lange Zeit bestehen, sind ausgezeichnet gemanagt, wenn sie jedes Jahr Stabilität oder ein kleines Wachstum von 1 % machen. Alles andere ist unrealistisch.


Jedenfalls: Buch lesen - die Ansichten von Klaus Woltron sind Generalisiert, er zielt auf unser Gesamtsystem ab.

Mittwoch, 18. Februar 2009

Berlin


(Currywurst - Pflichtprogramm)


Berlin - tolle Stadt - freundliche Leute - geschichtsgetränkt.

Ich bin sehr froh, dass ich die erste Gelegenheit beim Schopf gepackt habe und nun endlich Berlin gesehen habe.

Bin durch die Stadt mit meiner so besonders lieben Cousine und ihrem Freund. Danke nochmals für die supertolle Führung!

Wir haben noch die Berlinale-Eröffnung gesehen und Murnbergers "Knochenmann". Ein toller Film. Sollte angeschaut werden. Das Berliner Publikum ist total darauf abgefahren.
Dies ist ein Künstlerprojekt, so werden "besitzlose" Häuser renoviert und frei gestaltet. (Auf dem Weg zu den Hackeschen Märkten.)

In der Kunsthalle Bücher gekauft:
Dietmar Gensicke "Luhmann"
Hannah Arendt "Denken ohne Geländer"

Pflichtprogramm - die Nofretete, das Pergamonmuseum und schauen, schauen, schauen

Mehr Fotos auf facebook.

Freitag, 13. Februar 2009

Affäre Graf und die Grünen

im standard werden die burgenländischen Grünen aufgerufen, zuzuhören.

Ich hätte gerne, ich fordere, eine lautstarke eindeutige Aussage der burgenländischen Grünen zu diesem Aufruf.

Denn wenn nun schon reaktives Verhalten angesagt ist, dann bitte wenigstens dieses: Eindeutige, klare, verständliche Aussagen. Sie beenden Unsicherheiten.

Alles andere provoziert Schattendiskussion, Interpretationen und Aufweichungen.

Und es gibt genau ein Thema, wo es keine Aufweichung, situative Darstellung, Veränderung der Rahmenbedingungen und wie auch immer irgendeine Bequemlichkeitsausrede lauten kann, gibt: beim Thema Abgrenzung gegen Rechtsradikalismus und Menschenverachtung


Ich fordere eine klare Positionierung!

jetzt!

Samstag, 7. Februar 2009

Management Club Österreich


MC Präsidium
Mag. Markus Heingärtner, DI Herbert Paierl


DI Paierl wurde gestern in der ZIB2 zum Thema Managergehälter interviewt. Er sagte erwartungsgemäß, wir dürfen die Managergehälter nicht deckeln (Anmerkungvon mir: bitte, wer kann schon von mikrigen 35.000 monatlich leben), da uns sonst unsere verdienten großen Manager auswandern werden und wir gerade in der Krise unsere exzellenten Männer nicht verlieren dürfen. Das kann sich dieses Land nicht leisten.

(Ich zitiere aus dem Gedächtnis, für alle, die den genauen Wortlaut erfahren möchten, bitte unter orfondemand nachschauen.)

Diese Argumentation hat mehrere Haken

1.) wie kann ich davon ausgehen, dass wir Exzellenz verlieren? Wir reden gerade davon, dass exzellente Manager mit hohen Gehältern alles versenkt haben.

2.) wohin sollen denn all die hochbezahlten Manager auswandern?

3.) bin ich davon überzeugt, dass es exzellente Männer und Frauen in Österreich gibt, die um ein schreiend kleines Gehalt von 35.000 Euro im Monat arbeiten würden.

4.) ich glaube nicht, dass österreichische, große, (teil-)verstaatlichte Unternehmen ohne die Exzellenz eines Herrn Huber, eines Herrn Ötsch oder wie sie alle heißen, schlechter dastehen würden.

Fazit: die Argumentation wird nicht besser, selbt wenn wir sie schon seit 20 Jahren vorgeleiert hören. Natürlich vertritt der Management Club das Interesse seiner Mitglieder. Er vertritt aber nicht das Interesse aller Managerinnen, die nicht Mitglied sind und jedenfalls nicht das Interesse des Staates.

Ich habe schon beim Abgang des Herrn Huber (den man uns mit den gleichen Argumenten verkauft hat und deswegen ja auch die Ausgliederung aus dem Beamtenentlohnungsschema argumentiert wurde) gesagt, dass ich um den halben (Huber-)Gehalt eine exzellente Managerin in Österreich finde, von der wir ausgehen können, dass sie ihre Sache jedenfalls nicht schlechter machen wird.


Ich ersuche deshalb die Entscheidungsträger, sich von diesen Stehsätzen nicht beeindrucken zu lassen.


Mittwoch, 4. Februar 2009

Geschlechterkampf

es hört nicht auf.

Nun kommt die Klage vonseiten eines berühmten Mannes. Er hätte im Geschlechterkampf verloren. Wie unverfroren Männer dann ein Vokabel verwenden, sofort ausfahren mit allen Geschützen, wenn es um den Erhalt ihrer Position geht.

Also, Geschlechterkampf darf wohl schon sein, aber wenn ein Mann unterliegt, darf er das Wort benutzen, selbst wenn dieser Faktor nicht relevant war. Faszinierend, wie unrefelektiert die meisten Meinungsmacher die Diktion übernehmen und selbst die eigenen Leute dieses wording unterstützen.

Ich kann es mir nur so erklären, dass es viel einfacher ist, den Geschlechterkampf für etwas verantwortlich zu machen (da kennen wir uns aus, darunter kann sich jeder etwas vorstellen), als Generationenwechsel, Machtkampf oder politische Veränderung.


Der wahre Unterschied in der Argumentation eines Mannes, es sei sein Geschlecht, das ihm geschadet hätte, liegt dort, dass natürlich niemand davon ausgegangen ist, dass Frauen (!) jemals (!) einen Machtkampf (pfui!) führen könnten. Und gewinnen. Im Machtkampf gegen eine Frau verlieren - undenkbar, das kann nur eine Unterlegenheit aufgrund des Geschlechts sein. Alles andere würde den Selbstwert viel stärker verletzen.

Da dies (Unterlegenheit aufgrund verlorenen Kampfes ) unmöglich ist, muss es wohl am Geschlecht gelegen sein, denn verlieren - einfach so, weil es auch andere Gute gibt, - das ist viel schmerzlicher als der Rückzug auf: hier gibt es eine Truppe, die benachteiligt Männer (Männer! benachteiligt!) jetzt reichts aber wirklich.

In der aktuellen Diskussion ist diese simple Erklärung wunderbar, die alten Schemata brechen auf (Frauen wollen eher kalmieren, Männer haben Netzwerke, Frauen dürfen nicht böse abschießen, etc. etc. kotz)

Wie wärs mit: dort wo es eine zwingende Quote gibt, ist endlich Kompetenz- und Machtkampf möglich - unbenommen der (Geschlechts-)Person

Sehr geehrter Herr Voggenhuber. Dass ihnen das nicht peinlich ist. Diese Geschlechteraussage. Jedoch, ich lerne immer mehr dazu: beim Kampf um den Kuchen gibt es keine Schamgrenze. Nirgends. Es menschelt überall und das Hemd ist näher als der Rock.



Deshalb liebe Frauen: verlasst euch NIE auf Worte. Niemals. Denn - wie schon Kohl gesagt hat - die Wahrheit ist eine Tochter der Zeit ;-)

Nur Taten, schriftliche Verträge, gewählte Positionen, beschlossene und protokollierte Gremialentscheidungen zählen. Worte werden ausgewechselt und im Machtkampf wie die Unterhosen - nämlich täglich.

Wenn ihr nach oben durchstoßen wollt erwarten euch harte Kämpfe. Dieser aktuelle ist ein Beispiel. (Und in diesem gibt es schon den Vorteil einer zwingenden Quote. Überall anders ist es noch schwieriger.)

Donnerstag, 29. Januar 2009

Die klügsten Männer der Welt

Sehr zu empfehlendes Lied von den Ärzten!

Nachdem ich gestern Club2 geschaut habe, übrigens toll!, springt mich heute das Lied an.

Fazit: und was haben wir neues gelernt?
Manche alten Männer (Werner Biffl) wissen nicht einmal worüber gesprochen wird. Totaler clash of cultures! Er erinnert mich an alte Männer vom Land, die ganz entsetzt sind, weil sie "nur das beste getan haben" und dann wird das so gar nicht anerkannt.

Sehr erfrischend Ada Pellert. Tolle Frau

und die neue Erkenntnis, das Forschungsergebnis von Guido Strunk. Egal wie man es dreht und wendet, es reicht einfach, Frau zu sein, um nicht weiter zu kommen. Das erleichterst doch irgendwie.

Wir hatten im Landtag am 22.1. eine aktuelle Stunde zum Thema Frauen und vorher ein "meet & greet" mit interessierten Frauen, die schon etwas erreicht hatten. Dann kam der alte Vorwurf, dass sich Frauen zu früh zufrieden geben (was mich übrigens total aufregt, da man ja irgendwann aus Selbstschutz aufhören MUSS, den Kalk aus den Mauerritzen zu kratzen) und deshalb weder den Lohn noch die Position bekommen. Und nun die WU-Studie. Nein, sie sind deshalb zufrieden, weil man irgendwann die Rahmenbedingungen erkennt und sich in diesen zurechtfindet.

Wie gut mir tut, wenn mein Eindruck dann so bestätigt wird.

Ja, wenn der Kopf schon blutet vom vielen Anstoßen, wenn alle auf eine fordernde Frau mit Ablehnung reagieren (weil hysterisch), wenn man in der Wüste ruft und die Leistung dann noch herabgewürdigt wird (damit sie endlich erkennt, dass sies nicht bringt und deshalb jetzt bitte damit zufieden sein soll, was man ihr gerne gibt) dann lehnt man sich irgendwann zurück, schaut sich die Situation an

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und weiß, dass auf der individuellen Ebene da jetzt nichts mehr zu machen ist. Findet sich ab und richtet sich in dieser Welt ein. Lässt die blutenden Wunden verheilen - und bei der nächsten Umfrage ist der Zufriedenheitsgrad hoch.

- Vielleicht noch der Tochter weniger Taschengeld geben --> damit sie sich rechtzeitig daran gewöhnt.











Mittwoch, 21. Januar 2009

Ingela Bruner tritt zurück

so schnell ists auch wieder vorbei, mit der ersten Frau, die die gläserne Decke in den Unis durchstoßen hat.

Die Intrige hieß: "Keine Führungskomeptenz". Ach, wie nett.

Ich kann mich nicht erinnern, dass jemals ein Mann wegen mangelnder "Führungskompetenz" gekillt wurde. Das kann bei einem Mann wohl nicht sein. Der "verändert" sich dann aufgrund "persönlicher" Entscheidungen.

Was ich sehr mutig gefunden habe, war, dass sie die Stirn geboten hat.

Ja, das ist schon ein großer Fehler, zu erfüllen, was vorher alle - in Worten - verlangt haben. Schlanke Verwaltung, effizienter Strukturen. Sie hat wohl zu viel gearbeitet.

Das passt nicht ins System, da könnte ja ein jeder - eine jede - kommen! Eindeutiges Zeichen für "keine Führungskompetenz" Welcher Führung zu viel Kompetenz entzogen?

mehr unter diestandard.at

Mittwoch, 14. Januar 2009

PERSÖNLICHES ZÄHLT ... GESCHÄFTLICHES ERGIBT SICH

PERSÖNLICHES ZÄHLT ... GESCHÄFTLICHES ERGIBT SICH

ist das XING Motto der Gruppe Austrian Desk

Sehr gut.

Donnerstag, 8. Januar 2009

2009 juhu!

Schön, dass 2008 vorbei ist, ein anstrengendes Jahr ist vorüber, die Weihnachtstage sind vorbei (wobei ich diesen Tagen zugestehe, sehr sehr nett gewesen zu sein)

2009 ist das Jahr der Aktivität!

Das passt.
Der allgemeine Weltschmerz soll andere niederreißen, wobei ich schon nicht verstehe, dass diese self-fulfilling-prophecy so ausgedehnt wird. Naja, Männer habens eingebrockt, Frauen werdens auslöffeln.

In diestandard.at ist der Kommentar vonPetra Stuiber Danke, ganz lieb! erschienen. Wir wissen, eh wie immer, die Schere geht auf usw usf. Ein guter Kommentar, interessant die männlichen Kampfposter, die sich gleich reihenweise über die männliche Benachteilung beschweren. Ich bin immer wieder fasziniert, wie gewisse Personen sofort da sind, und nachweisliche Fakten dem Verlierer zuschreiben (einer: Die Frauen verdienen deshalb weniger, weil sie in den Jobs auch weniger arbeiten, somit ist der Drittellohn gerechtfertigt, wer nur 2/3 arbeitet, soll nur 2/3 verdienen)

Aus dieser Schleife kommen wir nicht heraus, solange in den Entscheidungsgremien nicht anders gedacht wird (Die Katze, die sich in den Schwanz beißt!) nein - denn nur einige wenige an der Spitze können für alle verändern. Also rein mit Ellbogen! Ab einer gewissen Höhe am Berg ist Schluss mit lustig, dort gibt es den harten Verteilungskampf, liebe Geschlechtsgenossinnen, da ist nichts mit lieb sein! Denn, solange Gewerkschaft und WK so organisiert sind wie jetzt - schaut euch die beiden neuen Ministerherren an - solange können wir uns ordentliche Kollektivverträge in weiblichen Berufen selbst an die Wand zeichnen (und zwar zuhause im stillen Kämmerlein).


Egal.
2009 ist das Jahr der Aktivität - also selbst was tun, alle Umfragen Umfragen sein lassen, es nützt persönlich nichts. Selber kämpfen ist angesagt, es schenkt dir keiner was. Verlass dich nicht auf Versprechungen und vergiss die Karotte vor der Nase. Du wirst sie nie erreichen. Lieber der Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.

Nur mehr Leistung für Geld. Punkt aus. Das ist die Sprache der Welt, in der Geld verteilt wird. (In der anderen - siehe Artikel von Frau Stuiber - tote Hose)


Kraft und Energie ist dort, wo ich mich ordentlich wiederfinde, verlass dich auf dein eigenes Können, dein Wissen, deine Person, alles andere war 2008.

Die Umfragen vor Wahlen - nebbich
Die Inflationswarnung - nebbich
Die Wirtschaftskrise 2008 - nebbich

(Außer dass Männer auf Banken Angst haben, weil sie vorher zu mutig waren (?) müssen jetzt alle in die totale Depression fallen - so nicht!)

Vergiss forecasts - die alten Regeln funktionieren nicht mehr, die alten Modelle geben keine Lösungen mehr vor. Selbst ist der Mensch!