Samstag, 16. August 2008

Mit dem Fahrrad von Wien nach Budapest


Ein sehr erholsamer und spannener Urlaub! Vorige Woche sind wir (mein Mann und ich) mit dem Fahrrad in Wien losgestartet und "ins Blaue" Richtung Budapest gefahren. Immer der Donau nach, da werden wir irgendwann in Budapest landen.

Gestartet in der Lobau (mit dem kleinen Hund im Anhänger) sind wir an einem heißen Sommertag bis Orth an der Donau gekommen. Vielen kleinen Rastplätzen in den Auen konnten wir nicht widerstehen und mussten die Stille im Naturpark genießen. Orth an der Donau hat uns aber nicht so angesprochen, so sind wir gleich mit der Fahrradfähre nach Haslau, über die Donau drüber, wir fahren am Südufer weiter. Dort übernachtet und am nächsten Tag über Carnuntum, Bad Deutsch Altenburg, Hainburg nach Bratislava.

Dieses Streckenstück ist ganz besonders nett, weil man durch die Ortschaften fährt und immer wieder einen wunderbaren Blick auf die Donau hat. In Bad Deutsch Altenburg sind wir durch den Park bis direkt an die Donau gefahren, wo wir in einem "landestypischen" Gasthof den Blick auf dei Schiffe genossen.

Bratislava. Alles ist wie Wien.

Der bereits geplante Radfahrabbruch und Weiterfahrt mit dem Schiff ist an freien Schiffsplätzen gescheitert - somit "Nochmals rauf aufs Rad und weiter!". Gottseidank haben wir keinen Platz auf dem Schiff nach Budapest bekommen, da wir jetzt ins Naherholungsgebiet von Bratislava eintauchen und auf einem gut ausgebauten Radweg weiter immer weiter fahren, der Regen uns streifenweise begleitet, er taucht immer dann in Streifen auf, wenn wir gerade auf einem Rastplatz sind - timing ist eben alles! und dann fahren wir die rückgestaute Donau, am Damm entlang und haben eine Wahnsinnsaussicht.

Diese Route ist dann 60 km lang, da Wahnsinnsaussicht auch fern touristisch-ähnlicher Infrastruktur ist und wir bis zum Kraftwerk (nirgends eingezeichnet, dass da ein Staukraftwerk kommt) durchfahren (müssen). Gabcikova, der nächste Ort, das Zentrum der Region mit Hotel, mein slowakisches St. Martin, die Ähnlichkeit ist frappierend, ist unser nächster Übernachtungsstützpunkt. Es ist Samstag und die Jugend trifft sich in der Dorfdisco.

Dort haben wir uns mit Bier und einem Stamperl Schnaps versorgt. Interessant, wie die Slowaken ihren Schnaps trinken, nämlich mit einer Art Himbeersaft dazu.

Am nächsten Morgen wieder rauf aufs Rad und nach Györ, jetzt nach Ungarn. In Györ zieht uns der Bahnhof mit magischer Kraft an und wir sitzen bald in einem Regionalzug, der wie unser Talent aussieht, in Richtung Budapest. Wir landen am Budapester Südbahnhof und radeln gleich in Richtung Donau, Zentrum, Innenstadt. Ein Super-Radwegleitsystem hilft uns dabei.

Da wir wie schon so oft in unserem Leben ohne Landkarte unterwegs waren und jetzt endgültig wissen wollen, wo genau wir uns aufgehalten haben, kaufe ich nun zwei Karten: Ungarn und Budapest.

Budapest ist wunderschön.

Wir verbringen zwei Tage in der Stadt und reisen dann aufregend! mit dem Zug nach Wien zurück. Der Ostbahnhof keleti put wurde wahrscheinlich unter Kaiserszeiten erbaut und seiterher nicht mehr renoviert - ähnlich wie der begeisterte Schaffner, der mir in einem Erlebniszug nach St. Pölten voller Stolz gesagt hat, dass der Waggon Original 60er Jahre und nicht renoviert ist.

Jedenfalls gibt es einen einzigen Schalter für Auslandsreisende, wo sich eine unendliche Schlange an Menschen anstellt, die Beamtin händisch und ohne Durchschreibpapier Tickets ausfüllt und nur ganz wenige Züge Fahrradmitnahme erlauben. Total schräg und rückständig. Trotz allem schaffen wir es, in einen Zug zu gelangen und erschöpft aber angefüllt mit hunderten wunderbaren Eindrücken spät in der Nacht in Wien zu landen.

Fazit: mit dem Fahrrad ist es superbefreiend, Innenstadtsightseeing locker und stressfrei - wir machens wieder!