Sonntag, 3. August 2008

die Gummibärenbande

was mich jetzt immer mehr fasziniert ist die Erklärung zu all den letzten grauslichen Vorkommnissen in Familien, jetzt aktuell Jugendliche die auf geplante Diebstouren gehen, "aber das waren doch geordnete Verhältnisse!"

Dort schaut keiner hin, dort ist gebügelt und aufgewischt, dort ist Ordnung, und das ist eine Erklärung, nicht mehr hinzuschauen, denn dort ist "Alles-in-Ordnung". Dort erschießen dann Männer plötzlich Frau, Kind, Eltern, weil sie der Normalität nicht mehr stand halten, dort gehen Jugendliche auf Diebstouren, weil ?

Die einzige Reaktion die ich zur aktuellen Jugendkriminalität gehört habe ist, Verwahrlosung, da die Familien auseinanderbrechen (soll woll heißen, liebe Frauen bleibt zuhause, ihr mit eurem Egoismus seid schuld) und als Reaktion, EINSPERREN!

Die ÖVP hat hier ja immer wieder die crudesten Ideen wie Straflager und jetzt Gefängnis, da gibt es sicher wieder keine Schamgrenze nach oben.

Warum erscheint diese Art der Normalität gesund? Dieses Heucheln und Fassade bewahren? Dieser Reflex, dass das die althergebrachte, gewohnte, vertraute Ordnung ist. Das Patriarchat, wo einer oben ist und viele unten, das ist die Normalität - und manchmal bricht sie hoch, wie Löcher im Asphalt und gibt giftige Dämpfe ab.

Dann stehen sie da, die Systembewahrer und sind ganz - betroffen.

und tun - nichts.

Das System der alleinigen Herrschaft hat immer nur Unterdrückung, Verbergen und seelische Not vieler hervorgerufen.

und dann - wundern sie sich.

Ein ganz kleines bißchen Zeitgeschicht, ein ganz kleines bißchen Literatur würde schon helfen. z. B. Herbstmilch. Das ist zwar schon 100 Jahre her, aber viel hat sich nicht geändert, nämlich im Erdulden von bestehenden Verhältnissen - und manchmal brechen sie eben (aus).