Sonntag, 27. Juli 2008

Liessmann - Theorie der Unbildung

Nun habe ich es doch geschafft, Liessmann fertig zu lesen. Die Kritik ist so dicht, in vielen Sätzen so gedrängt Erkenntnis, dermaßen viele Übereinstimmungen mit meiner Meinung, natürlich viel besser formuliert, umfassendst argumentiert - ein empfehlenswertes Buch!

Besonders:
"Was am Bildungsbereich exemplarisch sichtbar wurde, läßt sich als Tendenz generell beschreiben: Politik, die dem Markt die Regeln vorgeben sollte, wird selbst zu einem Spielfeld für Lobbys, die parlamentarische Kontrolle zurückgedrängt, die Verantwortung demokratisch legitimierter Institutionen in "unabhängige" Räte und Gremien ausgelagert; anstelle eines öffentlichen Diskurses treten die Ranglisten von Bewertungsagenturen, ..."

Wunderbar. Und somit wird alles monopolistischer kontrolliert. Und "sie" erzählen uns noch immer, das hätte etwas mit Kosteneffizienz zu tun. Ich glaube aber, dass sich schön langsam das Blatt wendet. Seit die Leute bemerken, dass alle Segnungen des freien Marktes an ihnen vorbeigegangen sind und - sogar! - das tägliche Leben teurer gemacht haben, also seit es am eigenen Leib spürbar wird, dass der heilige Markt nicht für alle da ist und sich schon gar nicht selbst reinigt, ja seitdem glaube ich, dass sich eine breite Bewegung bilden wird. Und zwar aus persönlicher Bedrängtheit heraus. Der Hausverstand - oft missbraucht - hat verstanden, dass die Versprechungen der Börsengurus und selbsternannten Finanzexperten, nicht halten.

Vielleicht braucht es noch etwas Zeit, aber nach Jahren des Sparens, um die Budgets zu sanieren, haben nur die "kleinen Leute" eingezahlt, und nun erkennen wir, dass man uns belogen hat. Fadenscheinige Argumente und inhaltsleere Worthülsen sind nun zu abgedroschenem Sprachmüll geworden. Es funktioniert nicht mehr.

Die ersten Anzeichen der Veränderung sind da. Ich hoffe, wir schaffen dies auch auf einem vernünftigen, moderaten Weg und nicht über Zugewinne der Rechten.