Dienstag, 23. Dezember 2008

Weihnachten und Wirtschaftskrise: WuW

Jetzt ist Weihnachten und Wirtschaftskrise. Und die Konsumenten halten sich nicht daran. Die Zeitungsmacher sind entsetzt, dass kein Konsum-, Kaufeinbruch zu verzeichnen ist. Warum um Himmels Willen konsumieren die Konsumenten, obwohl man ihnen sagt, es ist Wirtschaftskrise?

Warum um Himmels Willen, haben die Konsumenten 10 Jahre lang den Hype an den Börsen nicht mitbekommen? Weil er nichts mit ihnen zu tun hatte. Weder höhere Nettolöhne, noch geringere Kreditzinsen hat er ihnen gebracht. Maximal die Verpflichtung, zum Yen-Kredit noch eine Lebensversicherung abzuschließen.

Warum um Himmels Willen, sind die Konsumenten im Frühjahr nicht vor Inflationsangst erstarrt? Ihre Löhne sollten nicht erhöht werden, damit die heiße Konjunktur nicht noch mehr überhitzt wird. (Was übrigens noch nie bei Spekulationsgewinnen argumentiert wurde.)

Warum um Himmels Willen soll nun ein Konsument den Horrormeldungen glauben schenken? (Und ihr Geld vielleicht zum Sparen auf die Banken tragen?! - wohl nicht ernst gemeint)

Im Alltag hat sich noch nichts verändert. Die Krise ist in den Nachrichten und Zeitungen.

Und überhaupt: alle sollen jubeln, dass der private Konsum eben nicht einbricht! Singet und frohlocket, dass der Handel lebt! Der Rubel rollt. Nun brauchen nur mehr die ängstlichen (bei den Kleinen noch ängstlicheren) Banker ein bißchen Mumm. Vielleicht helfen da ein paar Weihnachtskekse - zur Stärkung.

Montag, 8. Dezember 2008

8. Dezember Maria unbefleckte Empfängnis

vielleicht sollten wir es auf Maria gierige Kauflust umbenennen.

Die Medien schreiben darüber in einer Art von geiler Schaulust, bringen die Fotos der Massen, die der Kaufsucht frönen - und gießen Öl ins Feuer. Da meinen ja dann schon die anderen, sie seien die Außenseiter, nicht dabei beim Rausch des Konsums, nicht dabei bei der Befriedigung durch mehr (Ware, Besitz).

Und die Wirtschaft. Die würde jedes Jahr zugrunde gehen, wenn wir nicht Maria unbefleckte Empfängnis konsumieren könnten. Übrigens - heuer hat sich niemand getraut, diesen Feiertag wieder als Feiertag für alle ÖsterreicherInnen zu thematisieren. Wahrscheinlich wegen der Finanzkrise. Jetzt darf man sich nicht die Finger verbrennen, sonst werden gleich Hunderte gekündigt, und wer möchte denn schon dafür an den Pranger gestellt werden.

Also: schön weiter machen im gleichen System der unbeschränkten Marktherrschaft.

Auf dass uns die Gier nicht im Halse stecken bleibt.

Donnerstag, 4. Dezember 2008

the big three - flennend vorm US-Präsidenten - zuviel gesoffen. SUV

Wer hätte jemals geglaubt, dass die unabhängige, freie Wirtschaft (der Staat soll seine Finger von der Wirtschaft lassen, das schadet ihr nur. Die Wirtschaft reguliert sich selbst, der Staat hat immer weniger Einfluss ...), die großen amerikanischen Wirtschaftsbosse, jemals um staatliche Subventionen betteln gehen?


Unsere jetztige Situation:
nervöse Banken und
heulende Wirtschaftsbosse vor der Tür der Politik

Das heißt weniger Geld für die, die tatsächlich nichts dafür können, dass ungehemmte Märkte sich (der Markt ist frei und reguliert sich selbst!) aufgefressen haben und nun brauchen wir staatliche (!) Stützung in dem Augenblick, als der Markt sich selbst reguliert (nämlich Firmen, die ein unpassendes Marktangebot haben erleben lässt, dass es keine Nachfrage gibt) - welche Farce!

Jedenfalls ist mein Bankbetreuer nervös und will noch mehr Sicherheiten als eh schon immer. Ich muss mir meinen Kredit immer doppelt leisten können, aber die SUVs kriegen Milliarden vom US-Staat.

Die Welt steht Kopf.


... und überaupt: Ist irgenjemandem schon unser österreichisches Finanz-Wirtschafts-Rettungspaket aufgefallen? Wurde schon was gemacht? (außer eine dringliche NR-Sitzung im Wahlkampf?) Ich warte schon auf die tatsächlichen Maßnahmen für die Kleinunternehmen. Vielleicht so viele wie der AUA-Kaufpreis? (400.000 Euro). Naja, vielleicht kommen sie ja als Christkindl.